Wer kennt sie nicht, die klei­nen abschließ­ba­ren Medi­zin­schrän­ke im Haus mit einem roten Kreuz auf der Vord­er­wand, in der das Queck­sil­ber­ther­mo­me­ter eben­so auf­be­wahrt wur­de wie die Rasier­klin­gen von Papa, weil sich die Kin­der dar­an nicht schnei­den sollten.

Die Haus­a­po­­the­­ke- ein wich­ti­ger Bestand­teil eines jeden Haus­halts. Küche und Bad sind für die Haus­apo­the­ke nicht der bes­te Ort. In bei­den Räu­men ist es nicht kon­stant kühl und tro­cken. Die ein­zi­ge Aus­nah­me besteht für Käl­te­kom­pres­sen, die, sofern es sich nicht um Sofort-Käl­­­te-Kom­­pres­­sen han­delt, am bes­ten im Kühl­schrank auf­ge­ho­ben sind. Bes­ser geeig­net für das “erwei­ter­te Not­­fall-Set” sind Arbeits- und Schlaf­zim­mer sowie der Flur.

Wuss­ten Sie schon, dass die meis­ten Unfäl­le in der eige­nen Woh­nung statt­fin­den? Der gefähr­lichs­te Ort der Woh­nung ist die Küche. Den ers­ten Platz der häu­figs­ten Unfall­ur­sa­chen belegt das Stür­zen und knapp dahin­ter ste­hen die Schnittwunden.

Aber was gehört in die Hausapotheke der eigenen Apotheke für alle Fälle?

Erste Hilfe

Bei klei­nen Unfäl­len in der Küche oder auch sonst im All­tag muss schnell ein Set mit Ver­bands­ma­te­ri­al her, um Ers­­te-Hil­­fe-Maß­­nah­­men ein­zu­lei­ten. Auf Pflas­ter kann da nicht ver­zich­tet wer­den, beson­ders, wenn Kin­der im Haus­halt leben. Sie soll­ten in unter­schied­li­chen Grö­ßen vor­han­den sein für Bles­su­ren jeder Art. Wer beim Kauf neu­er Schu­he zu einer schmerz­haf­ten Bla­sen­bil­dung neigt, für den sind Bla­sen­pflas­ter auch eine Wahl. Oft gibt es auch Pflas­ter, wel­che zur opti­ma­len Pass­form selbst zuge­schnit­ten wer­den können.

Somit soll­te die Haus­apo­the­ke neben Hilfs­mit­teln wie einer Pin­zet­te zur Ent­fer­nung von Split­tern oder ande­ren Fremd­kör­pern auch eine schar­fe Sche­re beinhal­ten. Bei schwer­wie­gen­de­ren Ver­let­zun­gen sind ste­ri­le Kom­pres­sen ange­bracht, die mit Mull­bin­den oder Drei­ecks­tü­chern an der betrof­fe­nen Kör­per­re­gi­on fixiert werden.

Zu einer ange­mes­se­nen Wund­ver­sor­gung gehört auch Des­in­fek­ti­ons­mit­tel wie auch Wund- und Heil­sal­be, um mög­li­che Ent­zün­dun­gen und Infek­tio­nen zu ver­mei­den. Dabei soll­ten nur die Kom­pres­sen in direk­tem Kon­takt zur Wun­de kom­men und die­se am bes­ten auch nicht mit der Haut auf den Hän­den in Berüh­rung gera­ten, wes­we­gen Ein­mal­hand­schu­he im Set nicht ver­kehrt sind.

Eine beschä­dig­te Haut­ober­flä­che kann nicht nur in Ver­bin­dung mit Schnit­ten auf­tre­ten, son­dern ist auch bei Brand­ver­let­zun­gen gän­gig. Zur schnel­len Behand­lung die­ser greift man im Nor­mal­fall zusätz­lich zu den vor­hin auf­ge­führ­ten Mit­teln zu Brand­gel, damit der Schmerz gelin­dert und die Wund­hei­lung geför­dert wird.

Arzneimittel, Salben

Eine Haus­apo­the­ke darf deut­lich umfang­rei­cher aus­ge­stat­tet sein als bei­spiels­wei­se der Ver­bands­kas­ten im Auto. Essen­zi­ell sind Schmerz­ta­blet­ten für jeden Not­fall sowie Medi­ka­men­te zur Bekämp­fung von Erkäl­tungs­sym­pto­men, etwa Tablet­ten gegen Hals­schmer­zen und Fie­ber­mit­tel. Um Fie­ber und damit die Kör­per­tem­pe­ra­tur mög­lichst genau zu mes­sen, emp­fiehlt sich ein digi­ta­les Fieberthermometer.

Zur Grund­aus­stat­tung und zugleich zur Rei­se­apo­the­ke gehö­ren auch Mit­tel gegen Ver­­­dau­ungs- und Magen-Darm-Beschwer­­den, Ver­stop­fung, Sod­bren­nen und Durch­fall. Medi­ka­men­te soll­te man dabei grund­sätz­lich in Ihrer ori­gi­na­len Ver­pa­ckung auf­be­wah­ren mit dem dazu­ge­hö­ri­gen Bei­pack­zet­tel. Zu einem spä­te­ren Zeit­punkt haben Sie so immer die nöti­ge Infor­ma­ti­on gleich parat.

Vor allem im Som­mer sind auch Juck­reiz mil­dern­de Mit­tel gegen Insek­ten­sti­che von gro­ßer Wich­tig­keit, zum Bei­spiel ein sofort wir­ken­des Roll-On wie auch etwas gegen Son­nen­brand. Hier gibt es ver­schie­de­ne For­men; sei es ein Gel, eine Sal­be, eine Creme oder ein Spray.

Haben Sie Kin­der und einen Gar­ten, in dem die­se aus­ge­las­sen spie­len und toben, ist auch Eis­spray, wel­ches bei Sport­ver­let­zun­gen ange­wen­det wird, sinn­voll. Wird bei ande­ren kör­per­li­chen Akti­vi­tä­ten ein Mus­kel gezerrt oder ist etwas ver­staucht oder geprellt, kann vor dem Gang zum Arzt die betrof­fe­ne Stel­le mit Schmerz­gel behan­delt werden.

Weitere Ausstattung Ihrer Hausapotheke

Ansons­ten sind in vie­len Haus­apo­the­ken Nasen­spray oder Augen­trop­fen ent­hal­ten. Meis­tens sind es All­er­gi­ker, die ohne die­se nicht aus­kom­men. Kun­den mit aus­ge­präg­ten All­er­gien haben oft extra ein Set für den Not­fall mit den wich­tigs­ten Mit­teln, wie bei­spiels­wei­se einem EpiPen zur Bekämp­fung eines ana­phy­lak­ti­schen Schocks oder Tablet­ten zur Lin­de­rung einer all­er­gi­schen Reak­ti­on. Dies beweist, dass sie Ihre Haus­apo­the­ke indi­vi­du­ell auf sich abstim­men kön­nen, auch im Hin­blick auf chro­ni­sche Erkrankungen.

Ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Medi­zin hat außer in sel­te­nen Fäl­len in der Haus­apo­the­ke nichts ver­lo­ren, beson­ders wenn meh­re­re Per­so­nen im Haus­halt Zugang zum Medi­zin­schrank haben, kann eine Ver­wechs­lung fata­le Fol­gen haben. Die­se soll­ten bes­ser in einem ver­schließ­ba­ren Kas­ten oder einer Schub­la­de auf­be­wahrt wer­den. Ihre Medi­ka­men­te soll­ten sie in regel­mä­ßi­gen Abstän­den auf ihre Halt­bar­keit über­prü­fen. Ein leicht umsetz­ba­rer Tipp besteht dar­in, auf Tuben und Fla­schen von Medi­ka­men­ten das Datum des Anbruchs zu notie­ren. Glei­cher­ma­ßen gilt dies für Ver­bands­zeug zur Ers­ten Hil­fe, da es auch hier­bei ein Ver­falls­da­tum geben kann.

Wenn Sie unsi­cher sind, wel­che Prä­pa­ra­te Sie in Ihrer Haus­apo­the­ke unter­brin­gen oder eine rein homöo­pa­thi­sche Apo­the­ke wol­len, spre­chen Sie uns ein­fach an.