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Rezeptur in der Apotheke

Die Herstellung von speziellen Rezepten mit einer exakten Dosierung ist eine sehr wichtige Aufgabe, die wir für unsere Kunden gerne durchführen. 

Das Wort Rezept stammt aus dem lateinischen recipere, was ins Deutsche übersetzt werden kann mit nehmen. So gibt der Arzt dem Patienten das Schriftstück mit der Anordnung, die aufgeführten Arzneimittel zu sich zu nehmen. Die Befehlsform lautet recipe, welches den meisten aus dem Englischen vertraut ist. Heutzutage sind bereits Rezeptsammlungen von vor über 5.000 Jahren überliefert. Seitdem wurden Millionen Rezepturen entwickelt und die Arzneimittel sind um ein Vielfaches komplexer in puncto Zubereitung, Anwendung, Inhaltsstoffen, etc.

Medizingeschichte zum Bestaunen

Im größten Apothekenmuseum Deutschlands in Heidelberg wird auf anschauliche Weise auf die Kernaufgabe der Apotheken in früheren Zeiten hingewiesen. Unzählige beschriftete Tiegel, Glasbehälter in verschiedenen Farben, vornehmlich braun, blau oder auch Pappbehälter zeugen davon, wie in der Vergangenheit Arzneimittel hergestellt wurden. In all diesen Behältnissen befanden sich die entsprechenden Wirkstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln. In früherer Zeit mischte das pharmazeutische Personal die Arzneimittel gegen die jeweiligen Krankheiten selbst. Hat heute ein Kunde ein ihm vom Arzt verschriebenes Rezept, wird für ihn individuell die angegebene Menge im jeweiligen Apothekenbetrieb hergestellt.

Besonders Kinder oder Patienten mit seltenen oder chronischen Erkrankungen benötigen angepasste Dosierungen ihrer Medikamente in der jeweiligen Darreichungsform. Dabei handelt es sich um eine Rezeptur. Ist von Defektur die Rede, so sind dies Arzneimittel, die die Apotheker bereits im Voraus herstellen. Allerdings ist die Anzahl begrenzt auf 100 abgabefertigen Packungen am Tag im Gegensatz zu Fertigarzneimitteln.

Qualität an erster Stelle

Für die Qualitätssicherung von in den Apotheken angefertigten Arzneimitteln ist die Rezepturherstellung an hohe Standards geknüpft. Alle in der Apotheke befindlichen Eingangsstoffe werden vor dem Verbrauch einer qualitativen und quantitativen Prüfung im Labor unterzogen. Auch die zur Rezeptur notwendigen Ausgangsstoffe unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle. Während der Rezepturherstellung selbst sind ebenso besondere Hygienevorschriften einzuhalten. Deshalb sollte der Apotheker ggf. seinen Schmuck an Händen und Unterarmen ablegen, lange Haare zurückbinden, notfalls eine Baretthaube tragen und Handschuhe anziehen. Diese Leitlinien sind vorgeschrieben in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), welche sowohl den rechtmäßigen Betrieb einer Apotheke als auch die Anforderungen an die in ihr vollzogene Arzneimittelherstellung vorgibt.

Gründlichkeit und Präzision

Für die Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke haben die Waage und der Umgang mit ihr eine große Bedeutung. Nur durch eine hohe Genauigkeit der Einwaage der Wirkstoffe können Über- und Unterdosierungen ausgeschlossen werden. Um Flüchtigkeitsfehler vorzubeugen, wurde das Vier-Augen-Prinzip eingeführt. Zur besseren Überprüfbarkeit der Einwaage wird das Wiegeprotokoll ausgedruckt. Eine ausführliche Dokumentation der Rezeptur ist nach §2 Absatz 6 ApBetrO vorgeschrieben. Diese Dokumentation beinhaltet neben den in das Präparat eingebrachten Wirkstoffen auch den Namen des Arztes und des Patienten.

Was hat sich verändert

Die im Jahr 1987 erstmals eingeführte Verordnung wurde zuletzt 2012 verändert, um diese an neue Entwicklungen anzugleichen. Mit der Überarbeitung zielte man auf die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. Nicht nur die Herstellung betreffend, sondern auch die korrekte Lagerung, Abgabe an die Kunden und vertrauliche Information und Beratung wurden spezifiziert. Dabei ist insbesondere die Plausibilitätsprüfung (gemäß §7 Apothekenbetriebsordnung) von großer Bedeutung. Diese ist bei der Arzneimittelherstellung bei patientenindividuell herzustellenden Rezepturarzneimitteln von Apothekern durchzuführen. Sie ist in erster Linie zu verstehen als eine pharmazeutische Beurteilung für adäquate Vorschriften bei der Rezepturherstellung. Hierbei spielen die Dosierung, Haltbarkeit, konsistente Qualität, Applikationsart und die Art, Menge und Kompatibilität der Ausgangsstoffe eine Rolle.

Dabei kann bei gleichen und häufig auftretenden Rezepturen auf neue Plausibilitätschecks verzichtet werden, weil in der Herstellungsdokumentation die Prüfung nachgewiesen werden kann. Nach einer gewissen Zeitspanne jedoch ist eine erneute Kontrolle unumgänglich. Insgesamt werden in Deutschland jährlich mehr als 400 Millionen ausgestellt. Die häufigsten in der heutigen Zeit vorgelegten Rezepturen sind Salben, Tinkturen und Kapseln.

Falls Sie mal eine ärztliche Verschreibung bekommen, freuen wir uns, die Herstellung für Sie vornehmen zu dürfen.

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